Sonntag, 7. Juli 2013

Ein Zweiundfünfzigstel...




...ist geschafft. Woche 1 completed. Noch ist die Weste weiß. Noch ist viel Weide zu grasen. Bisher war es irgendwie lustig, aber auch anstrengend. Die ersten drei Posts konnte ich am Abend zuvor bereits zusammentragen. Die folgenden drei wurden dann am jeweiligen Tag nach der Arbeit mal eben schnell niedergeschrieben. Die Anfangseuphorie hat anscheinend nicht lange gehalten.

Aber darum geht es ja bei der ganzen Sache: Schauen, ob Routine eintritt, die Effizienz steigt, Langeweile aufkommt, und so weiter uns so weiter...

Wir schreiben Woche 2 von Pep Guardiola, den Finaltag der Herren von Wimbledon, das Formel-1-Rennen am Nürburgring und die erste Horrorabfahrt der Tour de France. Snowden ist auf der Flucht, gestern ist in San Francisco eine Boeing 747 unglücklich gelandet und abgebrannt, Dwight Howard wechselt nicht zu den Dallas Mavericks, Sabine Lisicki hat gestern das Londoner Damenfinale verloren und es ist ENDLICH ENDLICH mal warm in Deutschland. Und das anscheinend auch mal länger als 48 Stunden. Vielleicht schaffen wir diesmal ja doppelt so viele Sonnenstunden. 

Was in der kommenden Woche drankommt... keine Ahnung! Es steht die erste Dienstreise an. Mal gucken ob das WLAN im Hotel gut ist. Sonst wird eine erste Kerbe fällig, aber das möchte ich vermeiden oder gar verhindern. 

Ach, um dem Namen des Blogs auch heute gerecht zu werden: Was sind die beliebtesten Vornamen für Babys des vergangenen Jahres? Die Antworten gibt es unter der japanischen Klempnerfamilie.



  • Jungs: Luca/Luka
  • Mädels: Sophie/Sofie

Bei den Damen ist es im Vergleich zu 2011 so geblieben, Luka/Luca hat allerdings Maximilian von der Pole Position verdrängt. Und wer hat's herausgefunden, bzw. publiziert? Deutschlands größte Tageszeitung, in einem On-line Beitrag vom 19.04.2013.

In diesem Sinne: Bis morgen!

***
geschätzte Bloggerzeit in dieser Kalenderwoche 27-2013, inklusive Recherche, Schreiben und Hochladen, aber exklusive Gedanken machen in Bus und Bahn: 10 Stunden.


Samstag, 6. Juli 2013

Sauce aus Brot

Klingt komisch, ist aber lecker. Und vom Brot merkt nachher kein Mensch etwas. Die Rede ist hier von meiner Interpretation der kanarischen Sauce "Mojo Rojo". Eine orangefarbene Sauce auf Paprikabasis, welche gern zu Fisch, Brot (haha, Brotsauce zu Brot...) und vor allem Runzelkartoffeln, auch Papas Arrugadas genannt, gegessen wird. Bei meinem persönlichen Mix aus mehreren Rezepten wird ein Kanare wahrscheinlich zusammenzucken, aber meine Meinung ist: Hauptsache, es schmeckt!

Also, hier nun die Zutaten... Mengenangaben geschätzt für 2x 300 ml Schalen:
  • 1 rote Paprika
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Chilischoten
  • 6 Knoblauchzehen
  • 6 Scheiben weißes Toastbrot oder 4 Sandwichscheiben
  • 0,3 l Mineralwasser
  • 0,1 l Olivenöl
  • kleine Prise Pfeffer
  • kleine Prise Salz
  • große Prise Paprikagewürz, edelsüß

Zur Zubereitung: Paprika, Chili, Knofi und Zwiebel grob kleinschneiden; Toastbroot (ungetoastet) in kleinen Stücken dazugeben, Öl und Wasser drüber und Stabmixer in die Pampe halten. Nach einem ersten Durchgang die Gewürze hinzugeben, noch einmal zwei Minuten mixen und dann so oft Abschmecken und Mixen wiederholen bis gewünschte Sämigkeit erreicht ist.

Da ich kein eigenes Foto von der Leckerei habe, anbei die Variante von der spanischen Wikipedia-Seite. Diese sieht der Farbgebung meiner Interpretation wohl am ähnlichsten. Hier geht es zudem zum Link der Bildquelle. Guten Appetit. 

Mojo Rojo (Quelle: Wikipedia.es)
Ach ja: Etwas Milch in der Nähe - um den Atem anschließend zu dämpfen - ist auch ganz hilfreich.

Freitag, 5. Juli 2013

Aliens außer Atem

Auf dem Mond kann man nicht atmen, oder? Nein, das wissen wir spätestens seit den Apollo Missionen. Ehrlich gesagt, eigentlich schon sehr viel früher. Es gibt halt keine Atmosphäre auf dem ollen Stein- und Sandklotz da oben am Himmel. Was die Astronauten nicht genau wussten war, ob der Boden fest ist oder die Landefähre tief einsackt. Aber das ist ein anderes Thema. Ist ja schließlich auch gut gegangen...
 
Auf dem Mond gibt es ja auch keinen Sauerstoff, oder? Naja, das stimmt so nicht ganz. Luft gibt es keine, soviel ist klar. Aber darin ist auch bei uns auf der Erde nur 21% Sauerstoff. Der Rest ist Stickstoff und anderes Zeug. Auf dem Mond (genau wie hier auch) steckt aber verdammt viel Sauerstoff im 'Fußboden', also im Staub und in den Felsen, beziehungsweise in den Mineralen. Wie auch auf der Erde gibt es zum Beispiel Aluminiumoxide, Silikate und glasähnliche Stoffe, welche insgesamt zu fast 50% (!) aus Sauerstoffatomen bestehen.
 
Toll wäre, wenn man das irgendwie auch zum Atmen Verwenden könnte. Geht aber noch nicht. Man kann das "O" (chemisches Zeichen für Sauerstoff)  entweder herausbrennen, also die Minerale in die Einzelteile zerlegen, aber dann muss man den Sauerstoff auch irgendwie einfangen. Man könnte andere, hochreaktive (nicht: radioaktive) Stoffe in Kontakt mit den Mineralen bringen und unter Energieeinfluss (z.B. konzentrierte Sonnenstrahlung) die Sauerstoffmoleküle versuchen  zu motivieren, doch mit Ihnen anstatt mit den schnöden Metallen 'Händchen zu halten'. Diese Verbindungen (z.B. Wasser) könnten dann ebenfalls aufgespalten werden, was etwas leichter geht als bei den Mineralen, um dann so alleinigen Sauerstoff herzustellen. Testen tut man so was schon in den Laboren auf der Erde, aber bis zur Einsatzreife dauert es noch ein wenig. Wie auch immer. Es bleibt spannend....

Donnerstag, 4. Juli 2013

Von Oliven und Weintrauben

Was haben Früchte des Olivenbaums und der Weinrebe gemeinsam? Es gibt sie in heller sowie in dunkler Ausführung! Dabei hat wohl jeder von uns seinen eigenen Favoriten, der Auswahl sei Dank: Es kann stundenlang diskutiert werden, ob die grünlich-gelblich-weißlichen Trauben die leckersten ihrer Zunft sind, oder die verführerisch dunkelrot-bläuliche Variante (vom Wein ganz zu schweigen). Zudem gibt es auch unterschiedliche Meinungen, ob nun die grünen oder die dunklen Oliven in den Salat gehören. Was haben sie weiterhin gemeinsam? Höchstens noch ihre Größe, also die der Frucht. Das war es dann aber auch schon.

Trauben sind, wenn man sie als 'Endverbraucher' genießt, eher süßlich, Oliven säuerlich-würzig. Die einen passen gut auf einen Kuchen, in die anderen werden auch schon mal Sardellen oder Paprika hineingedrückt. 

Abgesehen davon, dass beide Früchte einen total komplexen Familienstammbaum haben, wie so fast alles in der Natur, stellt sich doch auch die Frage warum es sie jeweils in heller und dunkler Ausgabe gibt?

Beim der Weintraube, oder auch Weinbeere genannt, ist es einfach: Es gibt zwei Farben (nach denen man aber nicht offiziell kategorisiert). Obwohl die Statistiken sehr schwammig sind, und auch nicht alles erfasst wurde,  ist das Verhältnis der Anbauflächen ca. 'fifty-fifty'. Rote und weiße Trauben werden jeweils auf mehr als 2 Millionen Hektar angebaut. 

Sorten gibt es auch bei den Oliven einige, aber in hell und dunkel sind sie nicht eingeteilt. Hier ist es so, dass alle Oliven am Anfang - also unreif - grün sind, und später dann immer dunkler werden. Die Unreifen sind zwar noch recht bitter, aber indem man sie einlegt, kann man natürlich geschmacklich ein wenig spielen. Ich finde die grünen jedenfalls am besten. 90% der Oliven werden übrigens für das Herstellen von Öl verwendet. Jetzt frage ich mich noch: Kann man daraus auch Alkohol machen, wie bei der Traube? 

Mittwoch, 3. Juli 2013

Ein halbes dutzend Ewigkeit

Im Sport geht es um Titel. Das Sammeln von Auszeichnungen und auch das Ansammeln eines beachtlichen Vermögens sind oft starke Motivation für die Athleten. Wer sollte es Ihnen verdenken? Wenn ich die Möglichkeit (gehabt) hätte, beim FC Liverpool für 3 Mio. EUR im Jahr zu spielen, oder einmal die Beine zu haben um als erster eine Alpenetappe der Tour de France zu gewinnen... na logo, ich hätte unterschrieben. Aber wie die zeitliche Pingeligkeit in meinem Vorsatz bereits anzudeuten versuchte, währt das Sportlerglück, oder zumindest das Bestreben danach, nicht ewig. 

Wo heute noch der Pokal in die Höhe gehalten wird, kann wenige Jahre später gegen den Abstieg gekämpft werden, siehe Werder Bremen in den letzten Jahren. Andersherum kann man sich von einer zweiten, hiesigen aber unbekannten Liga innerhalb weniger Jahren zur Stammkraft in der besten Liga der Welt mausern, Beispiel: Dirk Nowitzki. 

Ende April 2007 hatte ich voller Experimentierfreude mein erstes YouTube Video online gestellt, mit damals noch aktuellen oder ehemaligen Stars Ihrer jeweiligen Sportart. Das ist jetzt etwas mehr als 6 Jahre her. Ein halbes Dutzend.

Und es hat sich einiges getan, was deutlich macht, wie kurz die intensive Karriere der meisten Sportler ist, und welch interessante Entwicklungen in einem solchen Zeitrahmen das Leben dieser Menschen verändern kann. Hier erst einmal das Video:


Michael Jordan: Drei Jahre nach seinem finalen Rücktritt 2003 wurde der wahrscheinlich beste Basketballer aller Zeiten Miteigentümer des NBA Teams Charlotte Bobcats. In der Zwischenzeit ist er zum Haupteigentümer aufgestiegen.

Zlatan Ibrahimovic: Der Wandervogel hat zum Zeitpunkt meiner Videozusammenstellung bereits bei Inter Mailand gespielt, und nicht mehr bei Ajax Amsterdam. Juventus Turin lag auch noch dazwischen. Bis jetzt sollten dann aber noch 3 weitere, nicht unwesentliche Stationen folgen: FC Barcelona, AC Mailand und Paris St.-Germain. Zudem wurde der exzentrische Fussballer seit 2007 2x Torschützenkönig in Italien, bei Inter und AC Mailand, sowie 1x in Frankreich.  Er ist seither kontinuierlich Schwedens Fussballer des Jahres und hat lediglich 2012 nicht den jeweiligen nationalen Meistertitel geholt. Zählt man die 2 aberkannten Jahre vor meinem Video dazu (2005/2006), sowie die Zeit bei Ajax, ist er in 12 Jahren 10 mal Meister geworden. Nur 2003 und 2012 kam es nicht dazu. Irre. Wenn man ihm das damals schon gesagt hätte...

Luis Figo ist nach dem Video-Post auf YouTube noch 3x hintereinander Meister in Italien geworden bevor er seine ruhmreiche Karriere beendet hatte. Seither pflegt er in der Öffentlichkeit ein eher ruhigeres Dasein und tritt gelegentlich als Fussball-Funktionär in Erscheinung.

Tiger Woods: Nach einer kleinen 'Dominanz-Pause' in den Jahren zuvor, ist der begnadete Golfspieler 2007 wieder oben auf und hätte fast einen neuen Preisgeld-Rekord aufgestellt. Kurze Zeit später haben ihn dann erst eine Verletzung und dann die Sexsucht in kleine berufliche und verdammt große private Probleme geritten. Er ist zwar wieder seit 3 Jahren auf der Tour dabei, hat diese Zeit aber auch gebraucht um sich an die vorderste Front zurück zu kämpfen.

Diego Maradona: Das argentinische Idol hat 1 Jahr nach dem Video angefangen das argentinische Nationalteam zu trainieren und ist 2010 unglücklich (4:0) gegen Deutschland ausgeschieden. Er arbeitet immer noch an seinem Ruf, welchen er zwischenzeitlich durch Ärger mit den heimischen Nationalverband und auch durch Arroganz (er hat den jungen Thomas Müller bei einem gemeinsamen Interview-Termin sehr abwertig behandelt, bevor dieser seinem Team 2 Tore einschenkte) sehr divenhaft hat aussehen lassen

Dirk Nowitzki: Vor 6 Jahren wurde er nach der regulären Saison als Most Valuable Player (MVP) der NBA ausgezeichnet, nur um einige Wochen später (kurz vor dem Upload) in der ersten Playoffrunde auszuscheiden. Trösten wird ihn, dass sein Team 2011 gegen die Miami Heat den Titel geholt haben und sich so für die Niederlage in 2066 revangieren konnten.

Michael Ballack: Das Tor im Video ist noch aus dem Jahr 2002 als Leverkusener Spieler in der Champions League (CL), denke ich. Bis 2007 standen noch einige erfolgreiche Jahre bei Bayern München auf dem Programm bevor er nach dem dritten Platz der WM 2006 zum FC Chelsea gewechselt ist. Obwohl höchst anerkannt ist er dort nie zu dem dominanten Spieler geworden, hat 2008 sein zweites  CL-Finale verloren und zudem durch einen Sportunfall auch den Sprung zur WM 2010 verpasst. Seit dem ging es sportlich bergab und auch eine Rückkehr nach Leverkusen brachte keinen Erfolg. Vor ein paar Wochen ist er offiziell in Spieler-Rente gegangen.

Lukas Podolski: Als kölscher Jung 2006 zu Bayern gewechselt und 2009 wieder zurück, spielt der Linksfuss jetzt in England und kämpft um die Rückeroberung seines Stammplatzes in der Nationalelf. Keine 28 Jahre der Mann, und hat schon mehr als 100 Länderspiele auf den Buckel.

Lance Armstrong: Zwei Jahre nach seinem siebten Tour de France Triumph arbeitete Lance an einer ruhmreichen Endphase seiner Karriere und fuhr bis 2011 noch recht erfolgreich weiter, trotz Verletzungen in der Zwischenzeit. Ende 2012 hat man Ihm aufgrund jahrelangen Dopings letztendlich alle Titel ab 1998 aberkannt. Ein tragisches Ende einer phänomenalen und fragwürdigen beruflichen Laufbahn.

Luis Garcia: Bis 2007 war er noch ein Held beim FC Liverpool, danach ging es zurück nach Spanien, dann weiter  nach Griechenland und nun zum Ausklang nach Mexico. An den großen Erfolgen der spanischen Nationalmannschaft war er leider nicht mehr beteiligt. Knapp verpasst!

Jürgen Klinsmann, 2006 noch der Herr des Sommermärchens und in dem Video Torschütze der WM 1994 in den USA, wurde 2008 Trainer in München, wo er nach nur einem Jahr wieder vom Hof gejagt wurde. Seit 2 Jahren ist er nun relativ erfolgreich als Trainer der amerikanischen Nationalelf.

Mike Tyson, schon seit ein paar Jahren in Rente ist zwischenzeitlich in ein paar Filmen aufgetaucht, wurde wegen Betrunkenheit an Steuer und Kokainbesitz angeklagt, und hat privat schwierige Zeiten gehabt. Seit zwei Jahren ist er allerdings Mitglied in der internationalen Boxer Hall of Fame.

Tja, 74 Monate liegen zwischen dem Video(upload) und dem heutigen Tag. Das was in der Zeit den 12 Hauptdarstellern hier widerfahren ist, könnte noch etliche Seiten füllen. So gut bezahlt die Kameraden auch werden, so spannend und intensiv die Karrieren auch sind, ihr tägliches Leben ist doch weitaus kurzweiliger - positiv wie negativ - und kann der Ruhm kann auch schneller vorbei sein, als manchem lieb sein mag.


Dienstag, 2. Juli 2013

Leuchtende Türme


Wo ist der Fehler? Oder besser gefragt, wo ist der Unterschied? Ich gebe zu, die Perspektive ist nicht ganz dieselbe, allerdings würde ich gerne wissen, warum der Eiffelturm in den beiden Bildern-Hälften hier unterschiedlich beleuchtet ist?!

Es mag wohl daran liegen, dass das Ding auf der rechten Seite gar nicht der Eiffelturm ist... Dieses Bauwerk im Fachwerk-Look ist knapp 9 Meter höher als das Original in Paris, ungefähr 69 Jahre jünger, wiegt weniger als die Hälfte und zieht - laut Wikipedia - auch weit weniger Besucher an. Zudem steht die rechte Variante über 9.500 km weiter östlich. Und zwar in Tokio.

Der Tokio Tower hatte tatsächlich den Pariser Eiffelturm als Vorbild und sieht speziell im Dunkeln seinem älteren Bruder verblüffend ähnlich. Bei Tageslicht wird der Unterschied dann doch deutlicher. Während die französische Ausgabe in romantischen Stahlfarben die Stadt überragt, sticht die japanische Sehenswürdigkeit im rot-weißen, praktischen Anstrich aus der Skyline heraus.

Da es an beiden Tagen nicht gerade sehr warm war, hatte ich nur die Gelegenheit wahrgenommen, den Tokio Tower teilweise hinaufzufahren. In Paris war mir die Schlange trotz frostiger Temperaturen um einiges zu lang.

Also, wer hat's sofort erraten?

Montag, 1. Juli 2013

Was liegt nördlicher?


Paris liegt nördlich von Madrid. Stimmt. Rio de Janeiro ist näher am Äquator als Buenos Aires, und darum auch nördlicher. Stimmt auch. Washington D.C. ist weiter 'oben' als Los Angeles. Kann man auch wissen. Das Oslo etwas näher am Nordpol liegt als Stockholm ist eventuell nicht so offensichtlich, aber auch nicht verwunderlich. Ebenso wenig, dass Peking nördlich von Tokio liegt. Beide Städte sind eh so weit weg, da verschwimmt die geographische Zuordnung auch gern mal ein wenig, aber dagegen argumentieren würde bei der Aussage keiner.

OK, auch klar ist, das Nordkorea über Südkorea liegt, genauso wie Dänemark über Deutschland. Das war einfach. Klar ist auch, dass London weiter im Norden liegt als Berlin. Mööööööp! Falsch! Auch wenn in Berlin öfter die Sonne scheint und England generell - und somit irgendwie auch London - oft als recht raue Gegend eingeschätzt wird, ist die britische Hauptstadt näher am Äquator als unsere, uns somit NICHT nördlicher.

Gerade wenn es zum Vergleich von Regionen und Städten auf jeweils anderen Kontinenten und/oder Inselgruppen kommt, ist das Bild gerne verzehrt. Genauso wie Berlin mit nördlicher Breite von 52° (Grad) und 31' (Minuten) circa 100 km nördlicher ist als London (51° 31'), ist es auch schwer sich  vorzustellen, dass New York (40° 43') noch südlicher liegt als die mediterranen Ferienziele Rom (41° 53') und Barcelona (41° 24'). Ist aber so. 60 Minuten entsprechen übrigens einem Grad, und 1 Grad wiederum ist das Äquivalent von 111 km. Je höher die Gradzahl, desto näher am Nordpol. 

Nächste Quizfrage: Welche Stadt ist näher am Nordpol, Hamburg oder Dublin? Die Antwort kann man sich ja jetzt bestimmt denken: Auch in diesem Fall ist die deutsche Hansestadt ein paar Kilometer nördlicher als die irische Hauptstadt, allerdings nicht sonderlich viele. Dennoch hört es sich irgendwie falsch an, oder?

Ein anderes Beispiel welches zeigt, dass der Amerikanische Kontinent ein wenig nach links unten verrutsch scheint, ist Kanada. Das Land, welches man normalerweise mit viel Wald, Bären und auch Winter assoziieret, ist riesengroß und ragt deshalb auch in den höchsten Norden. Dennoch wohnt ein Großteil der Bevölkerung in den Breitengraden von Mitteleuropa, nämlich nahe der Grenze zu den Vereinigten Staaten. Calgary, eine Stadt die bereits die Olympischen Winterspiele ausgetragen hat, liegt fast 500 km südlicher als Moskau, und auch Vancouver ist nicht weiter im Norden als Prag.

Etwas weiter unten befindet sich mit Mexiko-City eine Stadt, die man sich zugegebenermaßen schon sehr warm und trocken vorstellt, aber dass sie sogar noch einige hundert Kilometer südlicher als die Grenze von Ägypten zum Sudan liegt, ist schon bemerkenswert.

Obwohl wir in Deutschland oft über das Wetter klagen, muss man doch froh sein, dass wir bei ca. 50 Grad nördlicher Breite in Europa und nicht in anderen Kontinenten gelegen sind. In Asien und Amerika kann es da doch schon deutlich kühler werden. Tokio hingegen, eine Stadt die sich auch nicht nach Badeurlaub anhört und - obwohl trockener - ein ähnliches Klima aufweist wie wir es in Deutschland vorfinden, ist eigentlich auf der Höhe von Nikosia (Zyperns Hauptstadt) oder Teheran! Generell ist es in Afrika und in Nahen Osten bei gleichem nördlichen Breitengrad doch einiges heißer als anderswo. Orlando und Miami in Florida sind zwar bekannt für Sonne und Strand, aber die 'gleich-nordischen' Städte Dubai und Kuwait-Stadt doch noch brütender.

Zwei habe ich noch: 
  • Helena, Hauptstadt von dem US.-Bundesstaat Montana versus Venedig, Italien?
  • Houston, Texas, versus Kairo in Ägypten?
Richtig ist: Kairo liegt nördlich von Houston, knappe 50km. Helena ist zwar nördlicher als Venedig, allerdings wohnen die Ranger des nördlichsten Yellowstone Park Bereiches nur weniger als 100km näher am Nordpol als die venezianischen Gondelführer. Wer hätte das gedacht?

Zum Abschluss nun alle angesprochenen Städte mit den dazugehörigen Breitengraden, von Nord nach Süd. Urteilt selbst, was sich "nördlicher" anhört:

Moskau: 55° 45'
Hamburg: 53° 33'
Dublin: 53° 21'
Berlin: 52° 31'
London: 51° 31'
Calgary: 51° 03'
Prag: 50° 05'
Vancouver: 49° 17'
Helena: 46° 36'
Venedig: 45° 26'
Rom: 41° 53'
Barcelona: 41° 24'
New York City: 40° 43'
Teheran: 35° 42'
Tokio: 35° 41'
Nikosia: 35° 10'
Kairo: 30° 03'
Houston: 29° 46'
Kuwait: 29° 20'
Orlando: 28° 32'
Miami 25 47
Dubai 25 16
Mexiko-Stadt: 19° 25'

Bis morgen! Habt Ihr noch weitere tolle Beispiele? Her damit!